Dienstag, 14. August 2012

Die Kunst des Schreibens, Ausstellung in Wiesbaden


2011 fand in Wiesbaden ein faszinierendes Projekt statt: „The Art of Writing”! Diese Weltasustellung stellte aktuelle Positionen der künstlerischen Avantgarde Chinas, Europas und der arabischen Welt gegenüber. Schreiben als Ausdruck künstlerischen Schaffens: Eine Ausstellung wie diese war längst überfällig. Denn vor allem in Japan, China, Korea und den Ländern wie Irak, Iran, Syrien, Palästina, Ägypten, den Emiraten und Marokko oder Algerien gilt Schreiben als „Mutter aller Künste”. Ebenso in Europa: Es gibt es eine Reihe bedeutender Künstler, für die Schreiben das adäquate Ausdrucksmittel darstellt. Schon Mitte des 20. Jahrhunderts fand ein künstlerischer Austausch statt, wo ein Teil der Künstler der Art Informel engen Kontakt zu Asien suchte. Ein Phänomen dabei ist, dass sich erst jetzt die Künstler des Nahen und Fernen Ostens von dem Korsett der vorgeschriebenen Zeichenfigurationen befreien und auf der Suche nach ihrer eigenen Identität eine neue abstrakte Kunstform schaffen. Die Präsentation zeigte Werke von höchster Qualität, wollte jedoch nicht lediglich eine Schau von Spitzenwerken zusammenstellen. Stets wollte man ein bestimmtes Phänomen veranschaulichen und dem Betrachter näher bringen. Die künstlerischen Berührungen, Überschneidungen, Adaptionen mit anderen Kulturen zeigen: Es gibt eine Weltsprache geschriebener Kunst. Eine Gegenüberstellung dieser Art hat es bisher nicht gegeben. Die im Rahmen der Ausstellung erschienende Publikation zeigt auch die Kraft, die diese Kunstform aus ihren Ursprüngen und Entwicklungen zieht.


Auf eine Fortsetzung dieser Kunstreihe darf man hoffen. Aus Quellen der Organisatoren wissen wir, das möglicherweise 2014 in Istanbul die nächste Weltausstellung zu "The Art of Writing" stattfinden wird. Hoffen wir, das dieses Projekt zustande kommt.

Samstag, 4. August 2012

Tanzende Tupfer statt vertikales Theater

 Fotos: Suchbild mit zwei Darstellern. Vertikales Theater aus Sicht des Zuschauers

Eine Verschiebung der Perspektive gab es in Dresden auf dem Gelände der Ostrale zu sehen: Die Italiener Luca und Andrea Pialini kletterten, tanzten und schwangen sich an der Wand des riesigen Kühlhauses entlang. das ganze nennt sich "vertikales Theater". Zwangsläufig hatten die Zuschauer den Eindruck, dass sie von oben auf das Geschehen blicken und doch sahen sie tatsächlich zu den Künstlern hinauf. Was genau die beiden da trieben, war nur schwer erkennbar, denn die Künstler wurden wortwörtlich überstrahlt. So blieben sie trotz aller Anstrengungen doch nur zwei tanzende Farbtupfer.



Geschehen am 21.07.2012

Freitag, 3. August 2012

Weitere Bilder zur Ostrale 2012 in Dresden

Ergänzend zum gestrigen Beitrag möchte ich noch ein paar Fotos der Ostrale in Dresden nachreichen, damit ein klarer Eindruck der Ausstellung ensteht.

Foto: Bank aus Neonröhren von Steffen Huhn

 Foto: Kerngehäuse von Matthias Stuchtey

 Foto: Figur von Mitsy Groenendijk
 Foto: Buchskulptur von Francois du Plessis
 Foto: Werk von Romain van Wissen


Foto: Installation von Beate Bilkenroth

 Foto: Atompops von Thomas Schönauer

OSTRALE 2012 in Dresden: Ist kleiner feiner?

                                          FOTO: Werk von Thomas Schönauer Atompops

Die internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden hat anscheinend ein finanzielles Problem: Auffallend ist, wie drastisch die Ausstellung im Vergleich zu den Vorjahren verkleinert wurde. Für langjährige Ostrale-Besucher war es ein Schock! Nun könnte man meinen, dass man statt auf Masse nun auf Klasse gesetzt hätte. Jedoch ist keine tatsächliche qualitative Steigerung spürbar. Schade. Zahlreiche Werke bleiben schlicht rätselhaft und auch der Humor bleibt auf der Strecke. Ein nicht geringer Teil der Kunst suhlt sich hier im Selbstzweck. Statements zum Zeitgeschehen, was Kunst doch eigentlich leisten könnte, blitzen nur vereinzelt durch. So bleibt oft genug nur Effekthascherei übrig. Diese allerdings, ist dann gelungen.

                                Foto: Elefanten-Frühchen im Brutkasten

Die Ausstellung geht noch bis zum 16.09.2012.
Das Tagesticket kosten 14 Euro / ermäßigt 9 Euro.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Die kleine Schwester der Documenta: Die Ostrale

Kunstgenuss OSTRALE

Einmal im Jahr ereignet sich in den ehrwürdigen Gebäuden der ehemaligen Schlachthöfe von Dresden ein sehenswertes Kunstereignis: die OSTRALE in Dresden


Fotos: verschiedene Künstler OSTRALE 2010

Die OSTRALE geht ihren Weg
Die Documenta in Kassel ereignet sich nur im Fünf-Jahresrhythmus. Den Kunstfreunden der Documenta sei aber auch die jährlich stattfindende OSTRALE wärmstens empfohlen. Hier wird echte unkommerzielle Kunst dargeboten. Entwachsen ist dieses Ereignis aus Bewegungen der künstlerischen Subkultur in Dresden. Trotz des verstärkten medialen Zuspruchs hat sich die OSTRALE ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Man wähnte sich als Besucher in abrissreifen Hallen, die durch die Kunst zweckentfremdet wurden. Manchmal aber tritt das Kunstwerk auch in Beziehung zu seiner schroffen Umgebung.

Räumliche Struktur der OSTRALE
Der Name OSTRALE leitet sich von dem Standort, dem in Dresden legendären Ostragehege statt, welches wiederum sich von dem früheren Dorf Ostra („Insel“) herleitet. Hier wird moderne Kunst in Räumlichkeiten gezeigt, die so wohlklingende Namen haben wie Fettschmelze, Schweinehalle oder Kühlhaus. Unmöglich ist es, alles an einem Tag zu erfassen. Mehr als zehn Ausstellungsorte werden hier jährlich für die Kunst bereit gestellt. Der Besucher hat daher einen Monat lang Zeit, sich der OSTRALE anzunehmen.




 Foto: Erschließt sich oft erst beim Rückblick; Kunstwerke auf der OSTRALE 2011

Die OSTRALE ganz praxisnah
Mittelfristig ist hier ein kulturpädagogischen Kompetenzzentrums vorgesehen, dass auch “kunstferne” Zielgruppen ansprechen soll. Sie soll diesen mittels kreativer Prozesse ganz praktisch den Zugang zur zeitgenössischen Kunst eröffnen.
Im Rahmen der OSTRALE finden hier Kooperationen mit Institutionen der praktischen Kunst statt; zum Beispiel in Form von Workshops.

OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst
  • Messering 8
  • 01067 Dresden
  • Telefon: 0351 65 33 763
  • Webseite

Montag, 16. Juli 2012

Documenta 13 in Kassel 2012

Ein Museum auf Zeit

Alle 5 Jahre findet in der zeitgenössischen Kunstwelt ein Großereignis statt: Das Museum der 100 Tage. Hier stellt aus, wer Rang und Namen hat. Eine Hommage an die Documenta in Kassel

Die Documenta als flüchtiges Museum

Ein Kunstereignis in Museumsgestalt, das ist die Documenta in Kassel.
Moderne Kunst ist oft vergänglich, nicht selten nur für den Moment gedacht. Moderne Kunst, dauerhaft eingemauert in den begrenzten Museumsräumen ist nahezu undenkbar. Wenn wundert es da, dass die bedeutendste Ausstellung dieser Art nur aller 5 Jahre und dann nur für 100 Tage stattfindet. Muss das sein? Ja, es muss! Angewandte Kunst ist ein menschliches Grundbedürfnis; dass selbst Kunst-Muffel nicht verleugnen können. Ein jeder gestaltet seine Umwelt, entweder bewusst kreativ oder aus einem unbewussten Drang heraus. Die Documenta lehrt uns: Jedes Mittel ist dabei recht.

Was von der Documenta bleibt

1955 fand die erste Documenta statt. Und schon damals war diese mit rund 130 000 Besuchern ein Großereignis. Seither erschüttert sie traditionell die Welt der Kunst. Der Bruch mit Sehgewohnheiten ist Programm. Da wird getanzt, geknotet, gesät, gedroschen, zerlatscht, zerstört, beleuchtet und aufgemischt, was das Zeug hält. Unvergessen ist die Beuysaktion „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“. Die Bäume aus dieser Aktion von 1982 kann man noch heute bestaunen. Auch andere Kunstwerke, in der Regel sind das Skulpturen aus anderen Documenta-Tagen, haben ihre 100-Tage-Frist überdauert. Die Architektur und Gestalt der Stadt wurde von diesen dauerhaft geprägt.

Die Documenta und Kassel

Die Stadt hat sich, wenn auch manchmal widersinnig auf das Konzept der Kunststadt eingelassen und sich mit der Documenta arrangiert. Beuys 7000 Eichen sind zwar immer noch umstritten, jedoch inzwischen von der Stadtbevölkerung angenommen. Wer es künstlerisch dann doch eher traditionell mag, der flüchtet in Kassel auf Schloss Wilhelmshöhe, welches inmitten des größten Terrassenparkes von Europa liegt.

Documenta Kassel
Mehrere Ausstellungsorte

Telefon: +49 561 70 72 70

Webseite: www.d13.documenta.de

Öffnungszeiten der Documenta 13
- 09.06. bis 16.09 2012 täglich von 10 bis 20 Uhr

Eintritt Documenta 13
- Erwachsene 20 Euro für einen Tag, 35 Euro für zwei Tage
- Ermäßigt 14 Euro für einen Tag, 25 Euro für zwei Tage
- Dauerkarte 100 Euro bzw. ermäßigt 70 Euro